Der Text von gestern war direkt in die Tasten gehauen, ohne Umweg und Korrektur. Das musste halt raus. Seitdem habe ich viel gelesen, diskutiert und tatsächlich auch nachgedacht. Daher noch einige weitere Worte dazu. Als Warnung sei aber gesagt, dass auch die folgenden Worte wieder ohne jegliche Kontrolle veröffentlich werden.
Im Text von gestern ist mir rückblickend einiges zu kurz und anderes zu dick aufgetragen. Ich schrub von Solidarität untereinander. Was aber am wichtigsten ist, dass wir uns mit aller Macht mit dem Verursacher solidarisch zeigen. Klar hat da jemand Mist gebaut. Aber nachvollziehbar unabsichtlich und dazu einsichtig. Es geht gar nicht, dass dabei eine solche Strafe rum kommt. Von daher bleibt erstes und höchstes Ziel, den Verein davon zu überzeugen, diese Strafe nicht anzunehmen. Das muss über allem stehen und hier sollte auch der breiteste Konsens bestehen. Nimmt man das Urteil einfach so hin, hat man mitgeholfen, der Welt zu signalisieren, dass man sich unter keinen Umständen stellen sollte.
Irgendwer muss einfach mal der Willkür der DFB-Gerichtbarkeit entgegen treten – und warum nicht wir. Das wäre eine Aktion, die mich sehr darin bestärken würde, im richtigen Verein zu sein. Nimmt der Verein die Strafe nicht an, verschiebt sich das Urteil ja sowieso auf unbestimmte Zeit. Dann wären weitere Überlegungen erstmal hinten an.
Was aber, wenn die Vereinsführung dem Urteil zustimmt? Auch dazu habe ich gestern Überlegungen angestellt. Diese waren in der Wortwahl vielleicht ein wenig überzogen (Vollidioten), im Kern aber immer noch richtig. Geschrieben waren die Worte sicher auch unter dem Eindruck der miesen Stimmung in weiten Teilen der Nordkurve beim Spiel gegen Braunschweig. Das war schon ziemlich daneben, was teilweise geboten wurde. Aber was bleiben für Mittel, um gegen einen Teilausschluss von Fans zu protestieren? Ein komplett leeres Stadion wäre für mich weiterhin das ideale Zeichen – vor allem gegenüber der eigenen Vereinsführung. Aber dies dürfte eine Utopie sein. Aktionen wie damals gegen Rostock bringen uns sicher auch nicht weiter. Gefüllte Ränge werden nicht zu verhindern sein. Also bliebe eigentlich nur, dass alle mit rein gehen und möglichst viel Bambule machen. Ein Traum wäre ein gefülltes Reststadion, zum Anpfiff schmeissen alle eine Klopapierrolle/Kassenrolle aufs Feld und verlassen geschlossen die Ränge. Aber das ist ein Traum. Für eine Wirklichkeit fehlen mir Lösungsansätze. Falls jemand welche hat, würde ich mich über Ideen und Anregungen freuen.
Was man in den letzten Stunden alles so lesen musste, stösst mir aber weiterhin übel auf. Da werden Meinungen vertreten, bei denen ich nicht einmal im Ansatz eine Übereinstimmung zu meinen Idealen und Werten finde. Es ist doch bezeichnend, dass die größte gemeinsame Protestwelle der näheren Vergangenheit der Kampf gegen Cornys Millerntaler war. Hätte der DFB den Verein als Ganzes hart bestrafen wollen, hätte er ein jahrelanges Alkoholverbot erlassen. Was wären da für Proteste möglich gewesen. Ja, ich weiß. Hypothetisch. Aber ich fürchte, so ist die Realität.
Was bleibt? Helft mit, dass es nicht so weit kommt. Schreibt an den Verein und fordert ihn auf, das Urteil so nicht hinzunehmen. Dann müssen wir uns nicht mit der eigenen Szene befassen. Das könnte für alle Beteiligten Schmerzhaft werden.
Ein gutes hat das ganze aber. Der Magische FC ist schneller zurück als gedacht. Und das ist auch gut so.



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