I Don’t Like Mondays

Spitzenspiel in der 2. Liga – da traut sich das DSF (seit heute Sport1) doch tatsächlich mal wieder, ein Spiel aus dem Millerntor zu übertragen. Quote ist dann wohl doch wichtiger, als die Angst vor Protesten. Zuletzt hat man St. Pauli ja nur noch Auswärts an Montagen gezeigt, wohlwissend, dass die Mehrzahl der Fankurven keinen vernünftigen Protest auf die Beine bekommt. Selbst in Lautern oder Düsseldorf war das ja eher mau. Ganz anders bisher beim FCSP – ich erinnere mich wohlwollend an Luftballos vor Fernsehkameras und an die lautstarken Proteste beim Spiel gegen 1860. Ein ganzes Stadion gegen einen gemeinsamen Feind. Auswärts klappt zumindest der Schweigeprotest unsererseits weiterhin hervorragend. Auch wenn das DSF ihn mit immer bekloppteren Ausreden verschweigen will.

Aber am Montag wird es wohl anders sein. Zum einen wirkt der Boykott beim letzten Heimspiel noch nach – die USP-Gegner wittern weiter Ihre Chance. Aber mit Menschen, die aufgrund ihrer Abneigung gegen USP Werte des FCSP über Bord werfen und der gesamten aktiven Fanszene in den Rücken fallen, habe ich nichts gemeinsam. Diese Gruppe formiert sich auch schon wieder zum Gegenprotest. Im Stadion sieht es dann so aus, dass einige die ersten 20 Minuten brüllen, was das Zeug hält – und danach in 70-Minütiges Schweigen verfallen. Es geht ja nicht pro Support sondern Kontra USP. Dass am Schweigeprotest viele andere Gruppen beteiligt sind, wird ausgeblendet. Aber auf diese Gruppe will ich gar nicht weiter eingehen – die bekommt schon viel zu viel Aufmerksamkeit.

Interessanter finde ich die Gruppe derer, die der Meinung sind, dass man in diesem wichtigen Spiel alles geben soll. Gemeinsam zum sporlichen Erfolg. 90 Minuten Gas geben. Auf den ersten Blick eine berechtige Vorstellung. Auch ich habe angesichts der sportlichen Situation mit diesem Gedanken gespielt. Vor allem, da der Schweigeprotest mittlerweile überholt zu sein scheint. Der Gegner heisst eigentlich nicht mehr DSF – und dies nicht nur aufgrund des Namenswechsels. Inzwischen gibt es an Spieltagen weitaus schlechteres Termine als einen Montag Abend unter Flutlicht. Bei wem stellt sich schon Sonntags Mittags Fußballfieber ein?

Aber nach reiflicher Überlegung habe ich für mich persönlich entschieden, dass ich den Schweigprotest voll mittragen werde. Ebenso wie viele andere Personen und Gruppen im Stadion. Ich will auch erklären, warum:

Die Aufhebung des Schweigeboykotts wird mit der Chance auf maximalen sportlichen Erfolg begründet und findet viel Zustimmung. Meiner Meinung nach geht es beim FCSP aber um mehr, als um maximalen sportlichen Erfolg. Als Oldenburger würde ich in dem Fall wohl eher nach Bremen fahren. Ich sehe aber schon eine ganze Reihe Personen, die diese Begründung des sportlichen Erfolges aufhorchen läßt. Prinzipien für sportlichen Erfolg über Bord werfen – das klingt doch wie ….

HSH-Nordbank-Arena
Signal-Iduna-Park
Debile Halbzeitshows
Die Ecke wird Ihnen präsentiert von Autohaus Murks
Sitzplatzstadion
Arenacard
und vieles mehr.

In der neuen Saison kann man die Art der Protestformen gerne überdenken. Und vielleicht wird ja der Montag komplett hinfällig.
Aber bis dahin werde ich auch gegen Augsburg 20 Minuten schweigen und danach 70 Minuten + X Vollgas geben.

++++
So schnell kann es gehen. Jetzt verkündet USP den Rückzug vom Boykott. Halte ich für falsch, Begründung habe ich ja bereits geschrieben.
Hier noch ein Link zum Übersteiger.

Ich werde jetzt mal schauen, wie sich die anderen Gruppen so verhalten. Alleine zu Schweigen, ist natürlich völlig sinnlos. Tendenz geht also zu 90 Minuten Vollgas.

Positiv an dieser Nachricht ist natürlich, dass sich die verschiedenen Fanströmungen so wieder etwas annähern. Wer jetzt USP weiterhin fehlendes Entgegenkommen abspricht, dem ist nicht mehr zu helfen. Aber mit Blick auf die nächsten Jahre fürchte ich, dass man diese Entscheidung noch bereuen wird. Ideale mit Blick auf sportlichen Erfolg zurückzustellen, ist in meinen Augen eben ein echtes Zeichen.Ich hoffe, ich behalte Unrecht.

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~ von derkiesel - April 11, 2010.

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