Urlaubsreif

JA – ich bin Urlaubsreif. Fehlende Sonne, zu hoher Blutdruck, kalte Füsse, …. zum Glück geht es heute endlich los. Der Flug startet allerdings erst morgen Mittag ab Hamburg. Aber egal, von wo wir fliegen – wir fahren einen Tag vorher zum Abflugort, um am Abflugtag keinen Stress zu haben. Dieses Jahr passt es natürlich perfekt mit dem Heimspiel des FCSP zusammen. Welch glückliche Fügung der Spielplangestaltung.

Dumm nur, dass ich ich mich irgendwie gar nicht so recht freue, zum Spiel zu gehen. Denn irgendwie scheint auch der FCSP Urlaubsreif zu sein. Nur, dass er im Gegensatz zu mir gerade am Anfang des Arbeitsjahres steht. Dieses Gefühl der Lustlosigkeit vor einem Spiel hatte ich ewig nicht – nicht unter Frontzeck und auch nicht unter Schubert. Zuletzt hatte ich das Gefühl eigentlich in der Endphase von Stani, als er bei Spielen nur noch reglos auf (oder vor) der Bank saß. Was läuft also falsch? In der Mannschaft sind ja immer noch gute Jungs. Man spürt da schon Herzblut. Auch die Qualität des Kaders überzeugt mich eigentlich. Mit dem Kader sollte man oben mitspielen. Warum dann also diese Beklemmung bei den Gedanken an die aktuelle Mannschaft.

Wahrscheinlich wiederhole ich mich – aber eigentlich bin ich kein Freund von schnellen Trainerentlassungen. Generell wird da häufig viel zu schnell gehandelt. Aber hier sehe ich es (natürlich) anders. Bis auf ein kleines Strohfeuer zu Beginn der Amtszeit von Vrabec hat die Mannschaft nie überzeugt. Auch die gewonnenen Spiele waren mit wenigen Ausnahmen eher glücklich, bzw. der Schwäche des Gegners geschuldet. Überzeugt hat da wenig – und die Sommerpause wäre die Zeit zum reagieren gewesen. Jetzt gibt es natürlich einige, die sagen, dass Trainer und Team noch Zeit benötigen und dafür auch gute Gründe haben. Klar, kann man auch so sehen. Ich fühle mich aber an einen Spruch erinnert, der vor Jahren an meinem damaligen Arbeitsplatz in der Packkammer der Hauptpost Oldenburg hing:

„Lächle, denn es könnte schlimmer kommen. Ich lächelte … und es kam schlimmer“

Und ich fürchte, so ergeht es uns. Wir machen weiter, bis die Saison gelaufen ist. Gab es überhaupt eine Vorbereitung? Fehlstart nennt man das wohl, wenn man nach Spielen gegen Ingolstadt und Aalen mit einem Punkt da steht – der angesichts des ersten Spiels auch noch eher glücklich ist. Die Mannschaft scheint völlig verunsichert, da passt wenig. Der Spieler mit Ball ist die ärmste Sau auf dem Platz. Und der Spieler, der in Aalen am meisten Präsenz auf dem Platz gezeigt hat, hat die Vorbereitung nicht bei uns gemacht. Böse Zungen kommentierten darauf hin: „Das kriegt der Trainer aber noch hin“. Dann kam der Sieg im Pokal – zumindest nicht ausgeschieden. Aber mehr war das auch nicht. Überzeugend ist anders. Der Sieg entsprang keinem taktischen Konzept, sondern lediglich der individuellen Klasse der Einzelspieler. Gegen Gegner auf Augenhöhe reicht das nicht. Die Spiele gegen Aaalen und im Pokal habe ich nur im TV gesehen, da hat man zu selten Sicht auf die Trainerbank. Aber die zweite Hälfte gegen Ingolstadt erinnerte an die oben schon erwähnte Endphase von Stani. Trotz desolater Leistung auf dem Platz habe ich Vrabec in der zweiten Hälfte über lange Strecken nicht am Spielfeldrand gesehen. Er sass im Schutz der Bank und es kam nichts. Als wäre er verschluckt. Der einzige Aktivposten von der Bank war Matze Hain.

Weiterhin stört mich das Gelaber nach einem Spiel. Rum und Ähre …. ich fass es nicht.

Vieles kann ich natürlich nicht richtig beurteilen, da ich das tägliche Training ja nicht sehe. Da muss man ja vertrauen. Auch hier wiederhole ich mich wohl. Aber warum wird ein junger Kerl wie Baxter Bahn im ersten Spiel reingeworfen, um ihn dann wieder in die Zwote zu schicken. Selbst wenn es durch Vrabec im persönlichen Gespräch gut begründet wurde und Baxter Bahn sich in der Zwoten jetzt nicht hängen lässt und die Maßnahme versteht …. was ist das für ein Zeichen an andere. Wie soll bei dem Trainer ein junger oder ein lange verletzter Spieler unbeschwert ins Spiel gehen, wenn man damit rechnen muss, als Bauernopfer ausgesucht zu werden?

Ich zumindest bin bedient – werde mich aber zusammenreissen und die Mannschaft heute gegen Sandhausen 90 Minuten anfeuern. Vor dem Urlaub nochmal alles raus hauen. Und vielleicht kriegt das Team ja doch noch die Kurve und zieht sich mitsamt dem Trainer aus dem Loch. Mich würde es freuen, wenn ich mit meiner Einschätzung daneben liege.

Meine Hoffnung für heute: Bitte keinen glücklichen Wackelsieg. Entweder ein überzeugender Sieg oder eine klare Niederlage.

P.s. Gebt mal bei Google „Vrabec“ ein … und schaut auf den ersten Eintrag, der einem zur Vervollständigung des Eintrages vorgeschlagen wird.

 

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~ von derkiesel - August 22, 2014.

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