Kacktore

Wir schreiben Minute 25 in Ingolstadt. Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.

Schon wieder geht so ein abgefälschtes Ding rein. Das ist unglaublich. Aber bevor die Jungs das gleich noch drehen, will ich noch schnell mein Statement zu Ewald Lienen in das Blog hauen. Damit ich dann im Zweifel auch „Siehste“ sagen kann 😉

Gestern war ich natürlich erstmal sprachlos – wie so viele andere. Dachte kurz an eine gehackte Vereinsseite. Dann dachte ich daran, dass ich den Namen Lienen nach Darmstadt in den Mund genommen habe. Aber eher als komisch gemeinte Antwort auf Peter Neururer. Genauso hätte ich Werner Lorant oder Ede Geyer sagen können.

In den nächsten Stunden habe ich viel über die Kombination St. Pauli – Ewald Lienen nachgedacht. Und viel gelesen. Schlechte Witze, Vorurteile, Dummheiten, aber auch einige positive Stimmen. Ich bin ja schon etwas älter, kenne also auch den Spieler Lienen noch sehr gut. Ebenso den Trainer Lienen in den 90ern. Und ich behaupte jetzt mal (bitte nicht ganz ernst nehmen) – wäre der FCSP ein Trainer, wäre er Ewald Lienen. Mit (politischer) Meinung, Intelligent, manchmal aber zu sehr auf die eigene Welt fokussiert, ….

Was ich damit sagen will – ich glaube Ewald Lienen kann hierher passen. Ein Trainer, der in der Vergangenheit trotz guter Angebote bei seinem Verein (ja, ich weiß – war Hansa) und seiner Mannschaft geblieben ist, obwohl klar war, dass diese zum Teil verkauft wird. Und dafür dann mit dem Rausschmiss belohnt wurde. Ein Trainer, der viel Erfahrung hat. Einer, der die zweite Liga kennt und der  – wenn man den Berichten glauben kann – bestens auf den FCSP vorbereitet ist. Fraglich ist nur, wie er mit seiner manchmal doch recht knurrigen Art mit der Presselandschaft in Hamburg klar kommt. Und klar ist auch – die nächsten Monate sind für beide, Trainer wie Verein, die letzte Chance, in den nächsten Jahren im Profifussball vertreten zu sein. Scheitert die Mission, landet Lienen wieder in Südeuropa, der FCSP in der Oberliga Ost.

Positiv stimmt mich, dass zu den letzten Wechselspielen wieder nichts nach Außen gedrungen ist. Klappt die Rettung, hat sich hier in Mannschaft und Umfeld ein Team gefunden, dass in der nächsten Saison durchstartet.

Ratlos bin ich nur bei der Personalentscheidung zum Sportdirektor. Was qualifiziert Meggle dazu? Kann so einen Job tatsächlich einfach jeder übernehmen?

Aber eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes Schreiben. Ich habe in letzter Zeit Probleme mit dem Verhalten untereinander im Block. Zuhause gehts ja noch, da kennt man sein Umfeld in der Regel aber ja auch. Auswärts mischt es sich Abseits des Mittelblocks aber ja doch immer wieder neu. Gefühlt wird es zuletzt deutlich Rücksichtsloser, Ruppiger, Unfreundlicher, Besoffener, …. Vielleicht ist es auch der sportlichen Misere geschuldet?

In Bochum erst hatte ich persönlich das Problem, zwischen die Fronten von verschiedenen Fraktionen zu kommen. Hinter mir die Gruppe „Fahne runter, sobald der Ball läuft“ und vor mir ein Einzelkämpfer „Ich gucke nicht aufs Spiel und hab die Fahne immer oben, auch bei eigener Torchance“. Ich persönlich steh da (nicht nur wie da vor Ort) irgendwie dazwischen. Beides nervte mich irgendwie, also dachte ich – sprech ich doch den Kollegen zwei Reihen vor mir mal an und bitte ihn, die Fahne nur bei eigener Ecke/100%iger Torchance ganz kurz runterzunehmen. Bei unserer Mannschaft also recht wenige Situation. Und das ganze auch ganz freundlich. Ein unbeteiligter Dritter meinte mich dann aber anpflaumen zu müssen – „was willst du hier, geh doch woanders hin, etc.“ Oft gehört – aber irgendwie noch nie an mich gerichtet. Sekunden später fiel das 1-1. Habe dadurch sogar vergessen, denjenigen nochmal anzusprechen und kurz danach in der Pause war er leider weg. Hätte gerne nochmal das Gespräch gesucht, denn die Situation hat mich echt geärgert. Und Sie ärgert mich immer noch, was man ja daran sieht, dass ich heute noch drüber schreibe.

Es ist aber nicht nur das Verhalten untereinander, wo es viel zu oft viel zu emotional zugeht. Auch das Verhalten gegenüber Spielern und (Ex-)Verantwortlichen ist zum Teil unterirdisch. Nicht nur im anonymen Internet, sondern auch auf den Rängen.

Da verwiese ich gerne auf den FCSR:

Ahoi liebe Leute,
was eine Aufregung in den letzten Tagen. Welch panische Aktionen und gegenseitige Schuld-und Versagensvorwürfe.
Natürlich die Situation ist unschön,wir alle haben Angst vor der Drittklassigkeit und keiner will absteigen, aber was teilweise in den elektronischen Medien geschrieben, angestoßen und verlautbart wurde macht uns doch wütend.

Jeder soll und darf seine Meinung über schlechte, falsche oder keine Entscheidungen äußern.Jedem steht es selbstverständlich zu, Kritik zu üben und Fehler zu benennen, aber das Abfeiern weil ein Mensch seine Aufgabe an einem Ort nicht so gestalten konnte wie man erwartet hat, völlig losgelöst wie richtig und falsch Entscheidungen in diesem Geschäft sind, losgelöst von den vielen Faktoren die man mit etwas Pech eben nicht beachten und treffen kann, ist erbärmlich. Es gibt Dinge die schreibt man nicht, die kann man denken und ist damit wenigstens nur für sich selbst ein Napfkuchen…

Danke Rachid, viel Glück bei neuen Aufgaben und herzlich Willkommen bei uns am Millerntor…jederzeit.

FCSR, 16.12.2014

Und nun bitte „Aufholjagd“. 2 Tore Ratsche.

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~ von derkiesel - Dezember 17, 2014.

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